Dienstag, 9. Februar 2016 – Tao-Yoga

Nach der Probestunde am Samstag diesmal die erste richtige Stunde in Gemeinschaftsunterricht. Ich bin gebeten worden, eine halbe Stunde früher zu kommen, damit man mir alles zeigen kann. Nachdem ich mich umgezogen habe, bekomme ich ein paar Blätter mit Instruktionen und einigen koreanischen Ausdrücken, die verwendet werden.  Ein Beispiel: „Tan-Dschon“ für die Stelle etwa 3 cm unter dem Bauchnabel, die als ein Energie-Zentrum betrachtet wird und deshalb vielfach im Unterricht angesprochen.

Die Stunde tut mir richtig gut. Es ist total schön da. Ich mag die koreanische Intonation. Wie machen alles ganz langsam – wir haben ja auch 90 Minuten Zeit – und die Übungen werden teilweise 100-200 Mal wiederholt.  Was gut ist – man stelle sich da jetzt keine schweißtreibenden Übungen wie Sit-Ups vor, sondern eher ruhige, meditative Bewegungen, die für sich genommen nicht so anstrengend sind. In der Anwesenheit der anderen Menschen, die sich da vor sich hin bewegen, kann ich mich gut konzentrieren.

Das ist ganz interessant, dieses „Sich-die-Zeit-nehmen“. Man könnte denken, da könne man sich doch in 30 Minuten effektiver bewegen? Ja, das kann man sicherlich. Aber hier geht es eben auch um das Atmen, um Meditation und Achtsamkeit. Zuhause bekomme ich sowas ja nicht hin, da nehme ich mir nicht die Zeit – hier tue ich es ganz selbstverständlich, weil da jemand 90 Minuten dran schreibt und es in Gemeinschaft passiert.

Gegen Ende der Stunde klopfen wir uns gegenseitig aus und danach kratzen / kraulen wir uns kurz den Rücken. Oh, ist das schön! Das hat meine Mutter früher immer bei mir gemacht. Ich glaube ich war ein sehr verschmustes Kind und wollte immer gern gestreichelt und gekrault werden. Ich habe mich dann manchmal quer über ihren Schoß gelegt und sie hat mich ziemlich ausgiebig und ausdauernd gekrault. Danke, Mama!  Mit dem Vater meiner Tochter hatte ich so eine Abmachung… immer wenn er Formel 1-Rennen oder so abstruses Zeug im Fernsehen sehen wollte, hat er mir zum Ausgleich für die hässlichen Geräusche, die das macht, den Rücken gekrault. Hat er gemacht. So ein Rennen dauert wie lange?

Zum Abschluss der Stunde wird ein kleines Tee-Schälchen mit ausgesprochen leckerem koreanischen Tee gereicht und jeder berichtet, wie es ihm in der Stunde erging und jetzt geht. Zum Abschied umarmen sich einige. Hach! Schön, die Stunde hatte so viel klare Struktur und ich fühle mich danach froh, erschöpft und entspannt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s