Montag, 04. Januar 2016 – Unangenehme Begegnung

Nichts Besonderes am Morgen – ausser, dass ich nichts tun muss. Mein Kind fährt in die Bib und arbeitet am seinen Essays. Ich genieße zu Hause meine Anforderungsfreiheit.

Hole den Hon‘ von seiner Fortbildung ab. Auf dem Weg durch den Grünstreifen an der Turmstrasse werde ich von einem aggressiven Drogenverkäufer angegangen. In der Art des Verhaltens aus von Männlichkeitswahn geprägter Unkultur, wo es einen Hang dazu zu geben scheint, Frauen ungefragt mit hässlichen und grob beleidigemden Worten zu versehen. Solche Wort-Begegnungen musste ich in Berlin nicht das erste Mal machen. Widerlich.

Es ist nichts passiert, aber es hängt mir noch zwei Tage nach, weil ich so sauer bin, dass das so darf.  Und ich mich frage, warum ich eigentlich nicht die Polizei gerufen habe. Bequemlichkeit: die Erwartung, vergeblich Zeit zu investieren, ohne Ergebnis oder nachträglich gefühlter Berechtigtigung. Drogen angeboten bekommen,  beschimpft und bedroht worden – was ist schon passiert? Gott sei Dank nichts, was mich nachhaltig trifft.

Gehe mit Hon‘ einen Spaziergang durch den Tiergarten und die Kälte – doch wir sind gut gegen die Kälte geschützt und es tut gut zu gehen und über das gerade Erlebte zu sprechen.

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